Details
ISBN/EAN: 978-3-11-110856-8
Einband: Paperback
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2023
1. Auflage 2023
Erschienen am:
07.08.2023
07.08.2023
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
XIII, 291 S., 2 farbige Illustr., 2 col. ill.
XIII, 291 S., 2 farbige Illustr., 2 col. ill.
Format (T/L/B):
1.8 x 23 x 15.5 cm
1.8 x 23 x 15.5 cm
Hersteller:
Walter de Gruyter GmbH
De Gruyter GmbH
productsafety@degruyterbrill.com
Genthiner Strasse 13
DE 10785 Berlin
Walter de Gruyter GmbH
De Gruyter GmbH
productsafety@degruyterbrill.com
Genthiner Strasse 13
DE 10785 Berlin
Weitere Details
arrow_forward_ios
Geruch und Glaube in der Literatur
Selbst und Natur in deutschsprachigen Texten von Brockes bis Handke
39,95 €
inkl. MwSt.
Lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen
Beschreibung
Wie werden Gerüche der Natur in der deutschsprachigen Literatur inszeniert? Die Studie von Frank Krause arbeitet den Wandel dieser wichtigen Motive anhand literarischer Werke von der Aufklärung bis zur Gegenwart heraus. Seine Übersicht über epochentypische Spielarten berücksichtigt namenhafte Autorinnen und Autoren der Literaturgeschichte wie Brockes, Kleist, Klopstock, Wieland, Goethe, Eichendorff, Hoffmann, Keller, Hesse, Bobrowski und Handke bis hin zu Rothmann. Dabei schlägt Krause einen spannenden Bogen von Brockes Balsam=volle[m] Frühlings=Duft" zu Marion Poschmanns Moos-Odem" und Harzgeruch" über der Autobahn. Krauses Beispiele und Analysen belegen, dass in der Geschichte von Darstellungen des Riechens als sinnlicher Welterschließung der Glaube an religiöse, metaphysische oder kosmische Kräfte eine zentrale Rolle spielt. Zusammenfassend hält Krause fest: Seit der Aufklärung inszeniert ein gewichtiger Zweig der deutschsprachigen Literatur das Riechen in der Natur als affektiven Höhepunkt sakraler ästhetischer Erfahrungen. Bis zum Sturm und Drang intensivieren einschlägige Gerüche den sinnlichen Genuss einer liebesethisch bedeutsamen Natur, deren heilige Düfte in Spätaufklärung und Klassik als schwärmerische Illusion entlarvt werden. Von der Romantik bis zum Expressionismus steckt das gläubige Riechen in der Natur die Spielräume einer autonomen poetischen Selbstaktualisierung ab, während der Realismus sakrale Atmosphären oft ironisch inszeniert. Seit der Neuen Sachlichkeit wittern Gläubige den Zauber natürlicher Formen, deren Eigensinn in menschlichen Ansprüchen nicht aufgeht; in der Gegenwartsliteratur zeigt sich dieser Geruch auch inmitten des beschädigten Lebens." Mit seiner Studie schließt Frank Krause eine Lücke in der Literaturgeschichtsschreibung.
Über Frank Krause
Frank Krause ist Professor of German am Goldsmiths College der University of London. Er forscht zum Expressionismus, zur Literatur im Wirkungsfeld des Ersten Weltkriegs und zur Geschichte literarischer Geruchsmotive seit der Aufklärung.